historie

1845 - 1899

Über 160 Jahre Blasmusik in Wiesensteig ist eine lange Zeit.
Erstmalig wurde am 10. Juni 1845 im Amtsblatt des Oberamts Geislingen von Herrn Löhle zur Musik aufgerufen:

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"Ich bin beauftragt, auf diesem Wege zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, dass nach dem Wunsche mehrerer, neben dem Gesang- auch ein Musikverein gegründet werden möchte, der zum Zweck hat, jungen Leuten, welche bereits Musik erlernt haben, Gelegenheit zu verschaffen, sich hierin immer mehr auszubilden und zugleich zum Vergnügen im gesellschaftlichen Leben mitzuwirken.
Diejenigen, welche als aktiv- oder Ehrenmitglieder einzutreten geneigt sind, werden ersucht, bei mir binnen 14 Tagen die Anzeige zu machen, um bald die erste Versammlung halten und die erforderlichen Wahlen vornehmen zu können. Die Statuten können bei mir eingesehen werden."

Mit vier Abendveranstaltungen im gleichen Jahr war der neue Musikverein sehr erfolgreich und nachzulesen ist, dass der Eintritt 24 Kreuzer kostete, die Eingeladenen höflichst ersucht werden die Plätze rechtzeitig einzunehmen und jede Störung der Musik möglichst zu verhüten.

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1900 - 1949

Nach diesem Aufruf gibt es nur wenige Dokumentationen über die musikalischen Aktivitäten des Musikvereins. im Jahre 1910 beweist ein Bild, dass die Kapelle 14 Mann stark war und auch damals schon Zuspruch einiger jugendlichen fand.

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1922 beschwerte sich der Lehrerrat beim Gemeinderat über nächtliche proben der Stadtmusik. Vom damaligen Stadtschultheiß wurde folgende Anordnung getroffen: „Es darf an einem Wochentage höchstens eine Musikstunde in der Schule abgehalten werden.“

Nach einer Neugründung im Jahre 1924 war der Musikverein sehr aktiv. Urkunden und Fotos von Wertungsspielen in schwäbisch Gmünd, Ebersbach und vom süddeutschen Verbandsmusikfest in Nürnberg beweisen dies eindrucksvoll. Kapellmeister war Alfons Belkle.

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Bilder vom Jahr 1933 geben Zeugnis davon, dass auch die Wiesensteiger Musikkapelle vom Hitlerregime für Propagandazwecke missbraucht wurde. Musste auch sie wie anderen Orts zu Aufmärschen und Kundgebungen aufspielen.

Nachdem der 2. Weltkrieg das Vereinsleben völlig zum erliegen brachte und viele Musiker als gefallene Soldaten nicht mehr in unser Heimatstädtchen zurückkehrten, wurde ab 1945 von ein paar wenig verbliebenen Musikern ein reges Vereinsleben wieder aufgenommen.

1950 - 1974

1952 wurde vom Musikverein die Ausrichtung des ersten „Tälesmusikertreffen“ übernommen. Die Anreise erfolgte mit dem Zug, der „Täleskätter“. Es war eine lustig Bahnfahrt, da aus allen Waggons Musik zu hören war. Der damalige Dirigent war Alfred Rometsch aus Geislingen.

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Ab 1955 übernahm Dirigent Ferdinand Blumrich die Leitung der Stadtkapelle.

1969 musste der Verein mangels Musiker wieder aufgelöst werden. Mit 11 Musikern könne keine sinnvolle Stadtmusik mehr gepflegt und ausgeführt werden.

Der Wiederaufbau ab 1970 und die damit verbundenen Erfolge sind vor allem zwei Personen zuzuordnen:
Dirigent Gerhard Sedlaczek und Vorstand Karl Zennegg.

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Bereits 1973 kann der Verein auf 37 Musiker zurückgreifen. Somit kann die Kapelle nach 38 Jahren wieder an einem Wertungsspiel teilnehmen. In der Unterstufe erspielte die Stadtkapelle einen 1. rang mit Belobigung. Mit ihren neuen Uniformen nimmt die Stadtkapelle am Tälesmusikertreffen in Westerheim teil.
1973 wird eine Jugendkapelle gegründet.

Die Stadtkapelle ist musikalisch sehr erfolgreich unter ihrem engagierten Dirigenten. 1974 beim Bundesmusikfest in Albstadt erreicht die Stadtkapelle in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Auszeichnung. Im selben Jahr findet auch zum ersten mal der mittlerweile traditionelle Wiesensteiger "Schluck" statt.

1975 - 1999

1975 gibt es sogar einen Fernsehauftritt bei der SDR-Sendereihe "das Gastspiel".
für das gute Miteinander der Kapelle spricht der Umbau der alten ev. Kirche in ein Vereins- und Probelokal, der in 100% Eigenleistung durchgeführt wurde. Vorstand Karl Zennegg übernahm die Gestaltung und den Ausbau und Dirigent Gerhard Sedlaczek die gesamte Planung.

Das Probelokal wird am 18. Juni 1976 im Rahmen eines Tälesmusikertreffen eingeweiht.

Nach vielen Erfolgen kam es 1984 zum Bruch innerhalb der Stadtkapelle. Es war Brauch in Wiesensteig, dass die Kapelle an der Fasnet in verschiedenen Gruppen aufspielte. So entstand auch eine rein volkstümliche Besetzung, die sich „Wiesensteiger Straßenmusikanten“ nannte. Zwischen der Gruppe und der Stadtkapelle kam es zu großen Meinungsverschiedenheiten, die schließlich zur Abspaltung der „Wiesensteiger Straßenmusikanten“ führten.

1986 wurde im Rahmen einer Fest- und Kulturwoche das renovierte Wiesensteiger Schloss neu eingeweiht. Seither hat die Stadtkapelle einen Konzertsaal der seinesgleichen sucht. Ein Traum für jeden musiktreibenden Verein.

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1987 tritt Karl Zennegg nach 18 Jahren Vorstandschaft zurück und wird noch im selben Jahr zum Ehrenvorstand ernannt.

1989 ist ein weiterer Höhepunkt die Teilnahme am 1. Bundesmusikfest in Trier. in neuen Uniformen stellt sich die Stadtkapelle der Jury und erhält in der Mittelstufe einen 1. Rang.

1990 legte Dirigent Gerhard Sedlaczek aus beruflichen Gründen sein Amt nieder und wird im selben Jahr aufgrund seiner unzähligen Verdienste für den Verein zum Ehrendirigenten ernannt. Ihm folgten Erwin Kabus und Manfred Anschütz.

Von 1991-1992 übernahm den Dirigentenstab Rolf Eder um ihn ebenfalls 1992 wieder an unseren Ehrendirigenten abzugeben.

1994 löste Peter Zwisele den Ehrendirigenten ab, nachdem er erfolgreich die Dirigentenprüfung an der Musikakademie in Kürnbach abgelegt hatte.

1995 wird das Jubiläum „150 Jahre Blasmusik in Wiesensteig“ anhand von zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Es gab ein Konzert zusammen mit dem Männergesangverein Concordia, eine Ausstellung zum Thema „150 Jahre Blasmusik in Wiesensteig im Wandel der Zeit“, ein Jugendkritikspiel, die Festzeltveranstaltungen im Juni, ein Freundschaftsmusizieren mit befreundeten Jugendkapellen und schließlich das traditionelle Weihnachtskonzert. Ein überaus ereignisreiches Jahr für die Stadtkapelle!

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1997 hat die Stadtkapelle am Landesmusikfest Nordrhein-Westfalen in Brilon (Hochsauerland) teilgenommen. Die Teilnahme am Wertungsspiel wurde in den Jahresausflug einbezogen.

2000 - 2009

Weil es uns in Nordrhein-Westfalen so gut gefallen hat, sind wir 2000 wieder zum Landesmusikfest gefahren. Dieses mal fand das Wertungsspiel in Mönchengladbach statt.

Seit 2001 werden auch die Kleinsten spielerisch an die Musik herangeführt. Der erste Info-Elternabend zur musikalischen Früherziehung war am 08.01.2001, die erste Stunde unserer Musikmäuse fand am 15.01.2001 statt.

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Blockflötenunterricht für Jungen und Mädchen ab einem alter von ca. 6 Jahren gibt es seit dem Jahr 2002.

Im Jahr 2003 übergibt Vorstand Johann Hatwagner nach 12 Jahren Arbeit für die Stadtkapelle die Führung des Vereins an Siegbert Ruf.

2004: Die Stadtkapelle Wiesensteig geht „online“ www.stadtkapelle-wiesensteig.de. Ebenfalls in diesem Jahr löst das von Isabell Stacheder neu gestaltete Logo das alte ab.
Höhepunkt des Jahres war das gemeinsame Konzert im Uditorium in Uhingen. Beide Orchester, die Stadtkapelle Wiesensteig und der Musikverein Uhingen, spielten zusammen die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel.

Der Höhepunkt des Jahres 2005 war das Wertungsspiel in Emmingen ab Egg, das die Stadtkapelle in der Kategorie 3 mit hervorragendem Erfolg absolvierte.

Nach einer langen Planungsphase ist es im Jahr 2006 soweit endlich soweit: Die Umbaumaßnahmen unseres Probelokals werden in Angriff genommen. Auch im Jahr 2007 werden wir uns sehr intensiv mit der Renovierung unseres Vereinsheims beschäftigen.

2007: Nach vierjähriger Amtszeit übergibt Siegbert ruf den Posten des 1. Vorsitzenden an Anton Jakob. Beim Wertungsspiel im Rahmen des deutschen Musikfestes in Würzburg erreicht sie Stadtkapelle am 18.05.2007 einen hervorragenden Erfolg.
Auch unsere Jugendkapelle erreichte beim Kreisjugendwertungsspiel des Kreisverbandes Göppingen am 01.12.2007 einen guten Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt spielt die Kapelle unter der Leitung von Birgit Baumeister gerade mal ein Jahr zusammen.

Im Jahr 2008 wird der erste Abschnitt der Renovierung unseres Probelokals unter der Federführung von Harald Sedlaczek abgeschlossen. Dies wird am 22.06.2008 mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.
Am 29.11.2008 richten wir das Wertungsspiel im Rahmen des Kreismusikfest des Blasmusikkreisverbandes Göppingen in der Gemeindehalle in Mühlhausen im Täle aus.

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Der erste Liederabend unserer 2007 gegründeten Guitarlyrics findet am 09.01.2009 im Probelokal statt.
Nach 24 Jahren spielt die Stadtkapelle wieder in der Oberstufe und erreicht am 09.05.2009 beim Wertungsspiel zum 225 jährigen Bestehen der Stadtkapelle Überlingen einen "hervorragenden Erfolg".
Auch die Jugendkapelle ist beim Wertungsspiel erfolgreich. Sie erspielt sich in Grosselfingen in der Kategorie 2 am 20.06.2009 einen "sehr guten Erfolg".

2010 - heute

Unser Musicalprojekt "Zirkus Kriminale" am 24. und 25.04.2010 gemeinsam mit der Felix-Nabor-schule Mühlhausen im Täle war ein großer Erfolg. wir konnten beide Vorstellungen in einem ausverkauften Zirkuszelt aufführen.

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Im Juni 2010 mussten wir Abschied von unserem Ehrenvorstand Karl Zennegg nehmen. Wir sind ihm dankbar für alles was er für den Verein geleistet hat. Er wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben.
am 18.07.2010 waren wir Ausrichter des 60. Tälesmusikertreffen. Vormittags konnten die Jugendkapellen nach einem Massenchor ihr können im Schlosshof beweisen. Nach dem Massenchor der aktiven Orchester und dem Umzug gaben die Täleskapellen auf zwei Bühnen im Schlosshof und am Marktplatz ihr können zum besten.

In der Hauptversammlung am 18.03.2011 wird Anton Jakob nach vierjähriger erfolgreicher Amtszeit als 1. Vorsitzender verabschiedet, ersetzt wird er von Sabina Pehl, Karla Weimper und Matthias Kleger.
Im Jahr 2011 begleitete die Stadtkapelle Wiesensteig zahlreiche Veranstaltungen Anlässlich des 1150-jährigen Jubiläums der Stadt Wiesensteig.

Beim Wertungsspiel am 28.04.2012 in Gestratz im Allgäu erreichte die Stadtkapelle unter der Leitung von Peter Zwisele in der Kategorie 4 (Oberstufe) einen sehr guten Erfolg.

Unterstützt durch die Tanzgruppe "Sweeties" und den Sänger Peter Carle war das Muttertagskonzert am 12.05.2013 mit dem Motto "Musical-Momente" ein großer Erfolg.
Am 06.06.2013 nahmen wir erstmals beim NWZ Blasmusik-Festival teil.

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Unser erster Blasmusikfrühschoppen am 22.09.2013 fand bei bestem Wetter statt und wurde sehr gut besucht.
Erstmals waren wir Mitveranstalter beim Wiesensteiger Weihnachtsmarkt von 07. bis 08.12.2013.

Sabina Pehl gibt ihr Amt als Vorsitzende für Öffentlichkeitsarbeit an Wolfgang Heidner ab.
Am 18. und 19.10.2014 veranstalteten wir nach 2010 wieder ein Kindermusical. In Kooperation mit der Franz-Xaver-Messerschmidt-Schule Wiesensteig stellten wir das Musical "Paul der Pinguin oder sag, wie sieht die Welt woanders aus?" auf die Beine. Die zahlreichen proben und Bastelnachmittage wurden mit einem begeisterten Publikum belohnt.
Erstmals erhielten wir am Kirchenkonzert am 23.11.2014 Unterstützung von einem Alphorn, gespielt von Manfred Anschütz.

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Im März 2015 gibt Matthias Kleger das Amt als Vorsitzender für Verwaltung ab, der neue geschäftsführende Vorstand besteht aus Karla Weimper (1. Vorsitzende) und Wolfgang Heidner (2. Vorsitzender).
Beim Wertungsspiel anlässlich des Landesmusikfestes Baden-Württemberg in Karlsruhe erzielte die Stadtkapelle die Wertung "sehr gut" in der Kategorie 4 (Oberstufe).
Am 09.11.2015 fand die erste Probe unserer wiedergegründeten Jugendkapelle im Probelokal statt. Die 16 Kinder spielen unter der Leitung von Markus Henning.
Mord(s)musik - Krimi-Lesung aus "Kriminalpolka" hieß unser Herbstkonzert am 22.11.2015 im Residenzschloss. Für dieser Veranstaltung konnten wir Edi Graf, den Autor von "Kriminalpolka" gewinnen. Er ist neben seiner Tätigkeit als Autor Moderator bei SWR und den Egerländer Musikanten.

Im Jahr 2016 konnten wir unser Publikum mit zwei Konzerten erfreuen. Am 08.05.2016 fand unser traditionelles Muttertagskonzert im sehr gut besuchten Residenzschloss unter dem Motto "musik für alle" statt. Wir konnten bei dieser Veranstaltung unser breites Repertoir unter Beweis stellen, die Mühen wurden mit viel Beifall belohnt. Im Vorfeld bereiteten wir uns an einem Probenwochenende im Feriendorf Sonnenmatte vor.
Unser zweites Highlight war unsere "Tafeley et Spectaculum" unter diesem Motto fand am 20.11.2016 das Herbstkonzert statt. Das Residenzschloss bot den besten Rahmen um ins Mittelalter einzutauchen. Nicht nur Residenzsaal und Innenhof wurden mittelalterlich geschmückt, auch alle Musiker wurden der Zeit entsprechend gewandet. Zu Beginn des Spektakels fand eine Feuerschow im Schlosshof statt, der erste Konzertteil wurde mit Szenen aus der Geschichte Wiesensteigs untermalt. Hierzu konnten wir Abt Tutaman und das Ensemble der lebendigen mittelaterlichen Stadtführung gewinnen. Im zweiten Teil führte die Stadtkapelle die sehr zahlreichen, teils kostümierten Zuhörer musikalisch ins Mittelalter. Auch diese Veranstaltung fand großen Zuspruch beim Publikum.

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